Ein Haus, das lächelt: DRK-Kita Bullerbü feiert Eröffnung ihres neuen Zuhauses

Fast sieben Jahre lang wurde geplant, gesucht, gehofft, umgezogen, improvisiert und vor allem niemals aufgegeben. Am Samstag, 13. Juni war es endlich so weit: Die DRK Kita Bullerbü in Nordwalde hat ihr neues Zuhause an der Pröbstingstraße offiziell eröffnet. Gemeinsam mit rund 60 bis 70 geladenen Gästen feierten Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, der Gemeinde Nordwalde, der Franziskanerinnen von Münster, beteiligte Planungsbüros, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie zahlreiche Unterstützende diesen besonderen Meilenstein.

Am Nachmittag öffnete die Einrichtung ihre Türen für die Öffentlichkeit. Rund 500 Kinder, Eltern sowie Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, die neue Kita kennenzulernen. Ein beeindruckender Zuspruch und ein starkes Zeichen dafür, wie sehr die neue Einrichtung bereits Teil der Nordwalder Gemeinschaft geworden ist.

Ein Tag wie in Bullerbü

Das Wetter zeigte sich an diesem Tag so lebendig wie die Geschichten, die der Kita ihren Namen gegeben haben. Windige Böen wechselten sich mit sonnigen Momenten ab. Immer wieder wurde während der Feierlichkeiten die Verbindung zur Welt von Astrid Lindgren aufgegriffen. Auch Bürgermeister Oliver Hordt stellte in seiner Ansprache einen Bezug zu Bullerbü her.

Wer die neuen Räume betritt, versteht schnell, warum. Helle und freundliche Gruppenräume, liebevoll gestaltete Bereiche und viele durchdachte Details schaffen eine Atmosphäre, in der Kinder sich wohlfühlen können. Selbst ein Limonadenbaum erinnert an die Geschichten von Pippi Langstrumpf und sorgt bei kleinen wie großen Besucherinnen und Besuchern für ein Schmunzeln.

Mehr als eine Kita

Die Eröffnung galt nicht nur der neuen DRK Kita, sondern dem gesamten „Haus an der Gräfte“, das von den Franziskanerinnen von Münster errichtet wurde. Neben der Kindertageseinrichtung entstanden dort zehn Wohnungen für Menschen, die bezahlbaren Wohnraum suchen.

In ihrer Ansprache machte Schwester Diethilde Bövingloh, Provinzoberin der Franziskanerinnen, deutlich, wie sehr sich die Schwestern auf diesen Tag gefreut haben. Über Monate hinweg hätten sie den Baufortschritt verfolgt und nun sei genau das entstanden, was sie sich gewünscht hätten: ein Ort für Kinder, ein Ort für Menschen, die bezahlbaren Wohnraum benötigen, und ein Gebäude, das nachhaltig und ressourcenschonend errichtet wurde.

Besonders wichtig sei den Franziskanerinnen dabei der Gedanke, Menschen in den Blick zu nehmen, die Unterstützung und besondere Aufmerksamkeit benötigen. Damit werde auf dem Franziskus-Campus eine lange Tradition fortgeführt.

Ein weiterer besonderer Moment der Feierlichkeiten war die Vorstellung des restaurierten Bildstocks am „Schwatten Pättken“. Das historische Denkmal wurde im Zuge der Baumaßnahmen aufwendig restauriert und neu aufgestellt. Die Franziskanerinnen verstehen seine Wiedererrichtung als Zeichen der Verbundenheit mit Nordwalde und als Geschenk an die Gemeinde.

Ein langer Weg bis zum Ziel

Für das Team der Kita war die Eröffnung weit mehr als die Einweihung eines Gebäudes. Sie markierte das Ende einer langen Reise.

Im August 2019 entstand die Idee für eine neue Kindertageseinrichtung in Nordwalde. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Sabrina Esseling und Claudia Langener entwickelte Kitaleiterin Nadine Hilgenbrink erste Konzepte. Unterstützt vom damaligen Träger begann die Planung für das Projekt, das später den Namen Bullerbü tragen sollte.

Es folgten Jahre voller Herausforderungen. Die Kita startete zunächst in einem Provisorium, zog zwischenzeitlich an einen zweiten Standort und später in das sogenannte Bullerbü-Dorf am Höppenbach um. Gleichzeitig wurden zahlreiche mögliche Baugrundstücke geprüft, verworfen und neu gedacht. Insgesamt neun verschiedene Standorte standen zeitweise zur Diskussion.

„Fast sieben Jahre haben wir auf diesen Moment gewartet“, sagte Nadine Hilgenbrink während ihrer Rede.

Mit viel Herzlichkeit bedankte sie sich bei allen Menschen, die Bullerbü auf diesem Weg begleitet haben. Für jede Personengruppe hatte sie ein symbolisches Geschenk dabei: ein Lächeln. Ein Lächeln für die ersten Ideengeberinnen und Ideengeber, für das Jugendamt, für die Gemeinde Nordwalde, für die Franziskanerinnen, für den DRK Kreisverband Steinfurt e.V., für die Planungsbüros und Handwerksbetriebe sowie für die vielen Unterstützenden im Hintergrund.

Gemeinsam durch alle Herausforderungen

Besonders bewegend waren die Worte an das eigene Team. Die vergangenen Jahre seien geprägt gewesen von Improvisation und Zusammenhalt. Corona, Platzmangel, Kälte im Winter, Hitze im Sommer, Wasserschäden, fehlende Räume und viele weitere Herausforderungen hätten immer wieder kreative Lösungen verlangt.

Dennoch habe das Team nie den Blick auf das Wesentliche verloren: die Kinder.

„Wir haben geturnt, gesungen, gelacht und aus jeder Hürde das Beste gemacht“, beschrieb Hilgenbrink die gemeinsame Zeit.

Auch DRK Präsident Heinz-Bernd Buss würdigte das Engagement aller Beteiligten. Die neue Kita sei weit mehr als ein Gebäude aus Stein, Holz und Glas. Sie sei ein Ort der Begegnung, des Lernens und des Miteinanders. Hier könnten Kinder Freundschaften schließen, spielen, entdecken und wachsen. Gleichzeitig stehe die Einrichtung für die Werte des Deutschen Roten Kreuzes: Menschlichkeit, Gemeinschaft, Respekt und individuelle Förderung.

Ein Haus, das lächelt

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Gäste die Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen und beim gemeinsamen Grillen ins Gespräch zu kommen.

Besonders schön fasste ein Kind zusammen, was viele an diesem Tag empfanden. Als es die neue Kita zum ersten Mal sah, sagte es zu seiner Leitung: „Nadine, das Haus lächelt.“

Ein treffender Satz für einen Ort, der Kindern Raum zum Wachsen gibt, Gemeinschaft fördert und nach vielen Jahren des Wartens endlich Wirklichkeit geworden ist.